Ein Zyklus beginnt

Leitbahn-beschreibung, Teil 1

Der Lungen-Meridian: Ein Zyklus beginnt

Ab sofort werde ich regelmäßig und in Hinblick auf mein im Herbst erscheinendes Buch eine Leitbahn der Chinesischen Medizin (CM) in Kurzform beschreiben und beginne heute mit der Lungen-Leitbahn. Sie stellt den Anfang der täglichen Energiezirkulation dar, denn aus chinesischer Sicht beginnt der Tag um drei Uhr. Ab diesem Zeitpunkt bis fünf Uhr besteht in der Lunge laut Organuhr das Energiemaximum. Die ersten zwei Stunden des Tages gehören also der Lungenenergie. Auch das Leben beginnt mit dem Lungen-Meridian. Es geht um den ersten Atemzug, um Lebensrhythmus, um das große Willkommen im Leben und um die Anerkennung des eigenen Wertes. Die Lungen-Leitbahn steht für das große JA zum Leben.

Der Lungen-Meridian ist zwar der Wandlungsphase Metall (Herbstenergie) zugeordnet, doch auf der Erdenzweigebene entspricht er dem Holz (Frühlingsenergie). Die Geburt ist ein brutaler Akt, der sehr viel Energie benötigt, so wie ein Grashalm, der eine Betondecke aufsprengt. Als Signatur drückt sich die Holzqualität im Bronchialbaum aus. Dieser hat als Stamm die Luftröhre, verzweigt sich dann binär in die Bronchien und verästelt sich weiter in die kleinen Luftwege bis in die Alveolen. So zeigt sich ein im Himmel verwurzelter Baum, der uns durch den Atem mit dem Leben verbindet.

Die Lungen-Leitbahn verkörpert wie keine andere den Rhythmus und die Zyklen des Lebens, da sie den Beginn (Geburt, Holz, Frühling) und den nahenden Tod (Alter, Metall, Herbst) in sich vereinigt. Einatmen und ausatmen! Inspiration und Exspiration!

Gab es durch verschiedene Faktoren kein Herzlich Willkommen für uns im Leben, z.B. durch Abtreibungsüberlegungen oder -versuche, unerwünschte Schwangerschaft, Ablehnung des Geschlechts, traumatische Geburt, Trennung oder Ablehnung nach der Geburt von der Mutter, so wird die Lungen-Energie geschwächt und aus bioenergetischer Sicht entsteht eine schizoide Persönlichkeitsstruktur (entspricht NICHT einer Persönlichkeitsstörung). Der Atem ist verflacht und die Körperspannung groß. Bei der Entstehung aller Körpertypen ist die Atmung beteiligt, doch bei dem schizoiden Typen ist ihre Einschränkung am Größten. Im 5-Wandlungphasen-Zyklus ernährt die Lunge (Metall) die Niere (Wasser), die u.a. für das Urvertrauen steht. Dieses ist bei schizoiden Persönlichkeiten extrem geschwächt und führt zu einer Abspaltung von Gefühlen und Körperempfindungen. Vermeintliche Erlösung bieten geistige Tätigkeiten und spirituelle Erleuchtung. Hinzukommt, dass die Kombination von eingeschränkter Atmung und Schwächung der Niere zu einer schwachen Konstitution mit dünnen Gliedmaßen und Krankheitsanfälligkeit führt, da sich die Essenz der Niere (Jing) nicht voll entfalten kann und das volle Qi des Himmels über die Atmung nicht zur Verfügung steht.

Die wirkliche Heilung liegt darin, wieder vollständigen Atem zu gewinnen und sich den inneren Gefühlen zu stellen. Dies ist gerade bei schizoiden Persönlichkeiten langwierig, da sich erstmal Urvertrauen aufbauen muss und ein vollständiges Ja zum Leben erst durch innere Transformationsprozesse entstehen kann. Dies bedeutet, dass nicht nur die inneren Kinder, sondern auch die inneren Eltern Wandlung erfahren müssen, wenn Heilung gelingen soll. Dabei helfen Akupunktur/Akupressur, innere Anteilarbeit und Übungen aus der Bioenergetik und Körperpsychotherapie.

Im ECIWO-System befindet sich der Lungen-Punkt genau auf einem Viertel der Länge eines Röhrenknochens vom Kopf aus gesehen. Durch Akupunktur/Akupressur kann die embryonale Kraft für die Lunge angeregt werden und auch früh angelegte Schwächen können in Heilung gehen.

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